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Humus – Basis für nachhaltig ertragreiche Landwirtschaft

Humus trägt in der Landwirtschaft maßgeblich zur Ausbildung der Bodenstruktur bei und sichert eine Vielzahl von ökologischen und biologischen Bodenfunktionen. Außerdem hat Humus eine grundlegende Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit. Umso wichtiger ist es, in der Landwirtschaft Maßnahmen zu ergreifen, die Humuserhalt und -aufbau im Ackerboden fördern. So sollte dringend auf geeignete Bewirtschaftungsmethoden mit vielfältigen, standortangepassten Fruchtfolgen geachtet werden. Auch die Versorgung der Böden mit ausreichend organischer Substanz mittels Einarbeitung von Pflanzenresten und Einsatz organischer Düngemittel spielt eine große Rolle. Organische Düngemittel haben zudem den Vorteil, dass sich durch ihre Verwendung regionale und überregionale Nährstoffkreisläufe schließen lassen.


Humus in der Landwirtschaft – mit einem Klick informiert

Humus ist in der Landwirtschaft als Basis für eine ausreichende Nährstofflieferung sowie für die Erhöhung der Wasserhaltekapazität unersetzlich.

Was ist Humus und wie entsteht er?

Humus ist die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Stoffe im Boden, die beim Ab- und Umbau pflanzlicher und tierischer Überreste entstehen. Bodenorganismen verarbeiten diese Überreste und produzieren ein Substrat, das u.a. reich an Nährstoffen ist, den Wasser- und Lufthaushalt des Bodens begünstigt und somit die biologischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens verbessert. Humus ist damit ein entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit.

Unterscheidung nach zwei Humus-Kategorien

Humus lässt sich grundsätzlich in die zwei Kategorien Dauer- und Nährhumus einteilen. Im Rahmen des Bodenbildungsprozesses entstand während der Eiszeit der heutige Dauerhumus. Diese organische Substanz ist mit den Ton- und Feinschluffgehalten des Bodens verkittet und somit über Jahrhunderte stabil im Boden eingebunden. Die Dauerhumusgehalte können variieren und machen je nach Bodentyp zwischen 50 Prozent (leichte Böden) und 80 Prozent (schwere Böden) des Gesamthumusgehalts aus. Generell lässt sich der Gehalt an Dauerhumus allerdings nur sehr wenig beeinflussen.

Anders verhält es sich mit der zweiten Humuskategorie – dem Nährhumus. Sein Gehalt im Boden lässt sich relativ gut beeinflussen. Nährhumus bildet sich durch Ernte- und Wurzelrückstände sowie durch zugeführte organische Düngemittel. Je nach Bodenart können bis zu 50 Prozent der Humusstoffe aus der zugeführten organischen Substanz generiert werden, diese nennt man organische Primärsubstanz (OPS).

Nährhumus dient als Nahrungsquelle für Bodenorganismen und fördert so die biologische Aktivität.

Humus hat alles, was Böden brauchen

In gleich zwei „Ackerbaustrategien“, einmal durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstellt und einmal vom Zentralausschuss der deutschen Landwirtschaft herausgegebenen, wird dem Erhalt und der Steigerung der Humusgehalte in Ackerböden oberste Priorität gegeben. Durch die Verbesserung des Humusgehalts der Ackerböden sowie den Schutz der Böden vor physikalischer Beeinträchtigung wird dazu beigetragen den Boden als Lebensgrundlage mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen, seiner Fruchtbarkeit, seinem Ertragspotenzial und seiner Kohlenstoffspeicherfunktion zu bewahren und zu verbessern.

16,7 Millionen Hektar sind im Jahr 2017 in Deutschland landwirtschaftlich genutzt worden – davon 11,8 Millionen Hektar ackerbaulich.

Ein zukunftsfähiger Acker- und Pflanzenbau ist dabei auf die nachhaltige Entwicklung unserer Ackerflächen ausgerichtet. Das beinhaltet den Schutz von Boden, Wasser, Luft und den Erhalt bzw. die Förderung von Biodiversität. Der Boden ist und bleibt die wichtigste Grundlage des Ackerbaus.

Kohlenstoffspeicherung in Böden, Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, Verwendung von Bioenergie – Landwirtschaft ist ein wichtiger Akteur in Sachen Klimaschutz.

Mehr hierzu unter Humus und Klima

Enorme Relevanz für Bodenfruchtbarkeit –
dank diverser Eigenschaften

Berechtigterweise werden Humus viele positive Eigenschaften zugesprochen. So ist beispielsweise das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen von organisch-mineralischen Bodenaggregaten höher als bei reinen Tonmineralien. Das wiederum führt zu einer Stabilisierung des Bodens gegenüber Erosion und Verschlämmung. Außerdem erhöht Humus neben der Aggregatstabilität auch das Porenvolumen des Bodens und schafft damit günstige Voraussetzungen für den Luft- und Wasserhaushalt. Zu guter Letzt wird das Bodenleben angeregt, wodurch die mikrobielle Biomasse und der Regenwurmbesatz deutlich ansteigen.

Video zur verbesserten Wasserspeicherkapazität durch die Anreicherung von Humus mit Hilfe der Kompostdüngung

Humus hat neben der direkten eine indirekte Wirkung auf das Ertragsniveau. Die insgesamt verbesserte Bodenstruktur und die erhöhte Wasserkapazität haben zur Folge, dass auch biologische, chemische und physikalische Eigenschaften der Bodenfruchtbarkeit positiv beeinflusst werden. Besonders deutlich treten die positiven Eigenschaften des Humusaufbaus auf leichten Böden zutage.

Verbesserung der Bodeneigenschaften durch gute bis sehr gute Versorgung mit organischer Substanz

MerkmalVeränderung (in %)
physikalische Eigenschaften
Lagerungsdichte-2 bis -13
Porenvolumen+1 bis +3,5
Aggregratstabilität+8 bis +34
Anteil Makroporen+8 bis +11
Infiltrationsrate (Wasser)+27 bis +28
nutzbare FeldkapazitätS+24 bis +28
L+13 bis +15
chemische Eigenschaften
Corg- und Nt-Gehalte+30
potenzielle N-Mineralisierung+26 bis +33
effektive KationenaustauschkapazitätS+20
L+10
biologische Eigenschaften
mikrobielle Biomasse+6 bis +50
Regenwurmdichte+38 bis +40
FruchtartenertragMW+10 (kon) bis +33
Max+123 (kon) bis +127 (öko)
S = Sand; L = Lehm; kon = konventioneller Landbau; öko = ökologischer Landbau; MW = Mittelwert; Max = maximale Werte

Quelle: Leitfaden zur Humusversorgung, Verbund der Landesanstalten und Landesämter für Landwirtschaft, 2016

Humus ist für die Bodenfruchtbarkeit von zentraler Bedeutung. Tragfähigkeit, Wasserinfiltration und nutzbare Feldkapazität werden erheblich verbessert.

Ackerflächen mit geringstem Humusgehalt

Wie hoch der Humusgehalt in den oberen Bodenschichten (Bodenkrume) ist, hängt stark von der Form der Landnutzung ab. Grünland weist bis zu 15 Prozent Humus auf, Waldboden immerhin noch vier bis acht Prozent. Am Ende rangiert Ackerboden mit gerade mal ein bis vier Prozent Humusanteil. Aber nicht nur die Landnutzungsform hat Einfluss auf den Humusgehalt. Hinzu kommen diverse andere Faktoren wie:

  • geologisches Ausgangsmaterial der Bodenbildung
  • Textur des Bodens, insbesondere der Feinanteil < 0,006 mm
  • Klima
  • Grund- und Stauwasser
  • Anbauverhältnis der Kulturarten (Fruchtfolge)
  • Art und Intensität der Bewirtschaftung (Düngung, Bodenbearbeitung etc.)

Im Zusammenspiel dieser Faktoren stellt sich über Jahre ein standorttypischer Humusgehalt ein, wobei insbesondere die Aspekte Fruchtfolge und Düngung bzw. Bodenbearbeitung stark ins Gewicht fallen. Ein Grund mehr, hier mit gezielten Maßnahmen gegenzusteuern.

Die sieben Stufen des Humusgehalts

StufeHumus (%)Corg (%)Bezeichnung
H1< 1< 0,58 (Faktor 1,724)sehr schwach humos
H21–20,58–1,15schwach humos
H32–41,16–2,31mittel humos
H44-82,32–4,63stark humos
H58-154,64–8,69sehr stark humos
H615-308,70–15,00 (Faktor 2)extrem humos, anmoorig
H7> 30> 15organisch (Torf)

Quelle: Bodenkundliche Kartieranleitung, 2005

Humusmehrer vs. Humuszehrer

Bei der Fruchtfolge lässt sich zwischen humusmehrenden und humuszehrenden Fruchtarten unterscheiden. Hierbei ist nicht nur die Menge der Ernte- und Wurzelrückstände (EWR) von Bedeutung, sondern auch deren Qualität. Bei manchen Feldfrüchten ist die eingebrachte EWR-Menge höher als der durchschnittliche jährliche Humusabbau, das macht sie zu Humusmehrern. Je größer der Anteil an Getreide und vor allem an Mais und Hackfrüchten in der Fruchtfolge ist, desto eher bewegt man sich in Richtung einer humuszehrenden Bewirtschaftungsform. Hinzu kommt die hohe Intensität der Bodenbearbeitung im Hackfrüchte-Anbau, die den Humusabbau zusätzlich verstärkt.

Um dem Humusabbau einer humuszehrenden Fruchtfolge entgegenzuwirken, sollte man mit organischen Materialien den Abbau kompensieren.


Verändert nach: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Referat 521, Thünen-Institut für Agrarklimaschutz: Prof. Dr. Heinz Flessa, PD Dr. Axel Don, Dr. Anna Jacobs, Dr. René Dechow, Dr. Bärbel Tiemeyer, Dr. Christopher Poeplau: Humus in landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands. Ausgewählte Ergebnisse der Bodenzustandserhebung, 2018

Die Umwandlung von Wald oder Wiese in Ackerland führt zu einer Senkung des Humusgehalts um bis zu 80 Prozent.

Humuszufuhr – aber richtig

Nicht alle organischen Materialien sind gleichermaßen gut dazu geeignet, den Humusgehalt im Boden zu erhöhen. Die beste Reproduktionsleistung erbringen Komposte sowie Gärrückstände und Stalldung. Mit Gülle und Gründüngung lassen sich hinsichtlich der Humusanreicherung leichte positive Effekte erzielen. Das besonders gute Abschneiden von Kompost und Co. liegt jedoch darin begründet, dass es sich um sehr abbaustabile Materialien handelt. Sie bringen damit ideale Voraussetzungen mit, um den Humusgehalt des Bodens nachhaltig zu erhöhen – vor allem auf humusarmen Flächen und beim Anbau von Sonderkulturen. Der Einsatz verschiedener Kompostarten ist in der Landwirtschaft ein weit verbreitetes Mittel, um die Humusgehalte in den Böden zu erhöhen. Sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Ackerbau findet diese Form der Düngung breiten Zuspruch.

Humusreproduktion – Rangfolge geeigneter organischer Materialien

Quelle: Körschens et al., 2004; Kolbe, 2010) (Kolbe, H. (2010): Site-adjusted organic matter-balance method for use in arable farming systems. J. Plant Nutr. Soil Sci. 173, 678 – 691)

Kompost in der Landwirtschaft – zwei Videobeispiele

Erfahrungsbericht eine Landwirts zum Thema Kompostausbringung

Biobetrieb setzt auf Kompost als Bodenverbesserer


Quellen: „Ackerbaustrategie der deutschen Landwirtschaft“, Zentralausschuss der deutschen Landwirtschaft, Berlin, Mai 2018
„Leitfaden der Humusversorgung“, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Sachsen, 2016
„Herausforderung Strohmanagement“ , Hof & Land, 2016