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Humus und Klimaschutz – untrennbar verbunden

Im Boden befindet sich zwei- bis dreimal mehr Kohlenstoff als in der Atmosphäre und viermal so viel wie in der oberirdischen Vegetation. Das macht das Erdreich zum Kohlenstoffspeicher Nummer eins und damit zum wichtigen Faktor in Sachen Klimaschutz. Denn Kohlenstoff bzw. CO2, das im Boden bleibt, kann naturgemäß nicht zum Treibhauseffekt beitragen. Und genau bei diesem Speichereffekt spielt Humus eine entscheidende Rolle. Humus entsteht, wenn sich Biomasse zersetzt. Im Zuge dessen wird der in der Biomasse enthaltene Kohlenstoff, den die Pflanze zu Lebzeiten der Atmosphäre in Form von CO2 entzogen hat, im Boden mittel- bis langfristig gebunden. Ergo gilt: Je mehr Humus aufgebaut werden kann und je stabiler die Humusvorräte, desto besser für den Klimaschutz. Im Umkehrschluss bedeutet die große Relevanz von Humus für den Klimaschutz, dass ein Abbau des Humusgehalts im Boden unbedingt vermieden werden sollte. Aber genau dieser Abbau ist aktuell zu beobachten. Unter derzeitigen Bedingungen verlieren Ackerböden jährlich durchschnittlich 0,19 Tonnen Organischen Kohlenstoff (Corg) pro Hektar.

Aktuelles zum Thema Humus und Klima finden Sie unter News


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Bioturbation – positive Kettenreaktion in Sachen Klimaschutz

Ein Verlust von organischem Bodenkohlenstoff ist verbunden mit der Freisetzung des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre. Daher muss man alles daransetzen, die Verluste an organischem Bodenkohlenstoff zu minimieren.

Besonders wichtig für den Klimaschutz:
Langfristig stabile Humusvorräte

Veränderungen des Vorrates von organischem Bodenkohlenstoff, sei es durch Klimaänderungen, Landnutzungsänderungen oder Bewirtschaftungsmaßnahmen, können die CO2-Konzentration in der Atmosphäre verändern. Ein Verlust von organischem Bodenkohlenstoff ist verbunden mit der Freisetzung des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre. Daher gilt es, diese Verluste an organischem Bodenkohlenstoff zu minimieren. Inzwischen hat auch die Politik die Bedeutung von Humus für den Klimaschutz erkannt.

4-Promille-Initiative der UN-Klimakonferenz 2015

Die Bundesregierung war auf der Pariser UN-Klimakonferenz 2015 einer der Erstunterzeichner der gemeinsamen Erklärung der 4-Promille-Initiative zur Bindung von CO2-C im Boden. Ziel der Initiative ist es, weltweilt den Humusgehalt in Böden um 4 Promille zu steigern, was einer Kompensation sämtlicher Mensch gemachter CO2-Emissionen gleichkäme. Gelingen kann dieses Vorhaben indes nur, wenn entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. So sollte zum Beispiel das Düngerecht dahingehend modifiziert werden, dass der für den Humusaufbau erforderliche Stickstoffeintrag zulässig ist. Ideal zur Stickstoffversorgung geeignet sind organischen Düngemittel wie zum Beispiel Kompost, bei denen der größte Teil des Stickstoffs bereits in komplexeren Humusverbindungen vergleichsweise fest gebunden vorliegt.

Die Wald- und Agrarökosysteme speichern zusammen so viel organischen Kohlenstoff wie Deutschland in 23 Jahren als CO2 emittiert.*

* Stand Emissionen von 2018

Humus und Klimaschutz –
Wie richtiges Düngen helfen kann

Klimaschutz beginnt mit den Nährstoffwirkungen der humusfördernden Maßnahmen. Auf- und Abbau von Humus sind direkt verbunden mit der Festlegung und Freisetzung von Nährstoffen. Das Humusmanagement zählt daher zu den wichtigsten Stellschrauben der Düngung. Ein effizientes und verlustarmes Nährstoffrecycling ist oberstes Gebot und das zentrale Ziel entlang des Weges des Humusaufbaus in landwirtschaftlich genutzten Böden. Organische Düngung, insbesondere mit Stallmist und Kompost, kann wesentlich zum Aufbau von Humus beitragen. Sie führt langfristig zu 2 bis 22 t/ha mehr Kohlenstoff im Vergleich zu Ackerböden ohne organische Düngung. Außerdem bringt sie organischen Kohlenstoff, der mit der Ernte entzogen wurde, wieder zurück auf die Äcker.

Im ökologischen Landbau wird ausschließlich organischer Dünger und kein mineralischer Dünger eingesetzt. Außerdem werden mehr Kleegras oder Luzernegras als stickstofffixierende und humusmehrende Kulturen angebaut. Zusammen ergibt sich dadurch im globalen Durchschnitt eine Erhöhung der Bodenkohlenstoffvorräte um etwa 3 bis 4 t/ha im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Böden. Zwischenfrüchte und Untersaaten helfen, Nährstoffe wie beispielsweise mineralischen Stickstoff im Boden zu binden, die Stickstoffauswaschung zu mindern und synthetischen Stickstoffdünger in der Fruchtfolge einzusparen.


Mehr Ernteertrag gleich mehr Humusbildung und Klimaschutz

Ertragreiche Ernten führen zu einem ausgiebigen Wurzelwerk. Die nach der Ernte im Boden verbleibenden Wurzeln sind entscheidend für den Humusaufbau. Demnach führen Ertragssteigerungen auch zu einem größeren Wurzelsystem und somit zu mehr CO2 im Boden. Im Ackerbau führen verschiedene Maßnahmen zur Humussteigerung. Neben dem Verbleib oder der Rückführung von Ernteresten auf die Nutzfläche können Zwischenfruchtanbau und Untersaaten, mehrjährige Kulturen, ganzjährige Begrünung, organische Düngung und die Anlage von Hecken und Feldgehölzen den Humusaufbau fördern.

Klimaschutz durch Humusmanagement – eine umfassende betriebliche Herausforderung

Ein standortoptimiertes Humusmanagement ist zentraler Bestandteil einer nährstoff- und ressourceneffizienten Landwirtschaft, die die Bodenfruchtbarkeit langfristig sichert und umwelt- sowie klimabelastende Stoffausträge minimiert. Für den Erhalt des Humus und seiner positiven Wirkungen ist der regelmäßige Eintrag von organischen Wertstoffen, wie Pflanzenresten oder organischen Düngemitteln, erforderlich. Humusaufbau vollzieht sich langsam über Jahre und Jahrzehnte. Er muss ausdauernd und langfristig betrieben werden. Für den Nachweis von Veränderungen der Vorräte von organischem Bodenkohlenstoff sind regelmäßige und repräsentative Bodeninventuren vorzunehmen – das Ganze im Turnus von 10 bis 15 Jahren.

Auf- und Abbau des Kohlenstoffspeichers im Boden

Verändert nach: "Zukunft Landwirtschaft" DLG-Mitteilungen H 4778 Sonderausgabe: CO2 Speichern. Geschäftsmodell Klimalandwirt, 04/2020

Die Herstellung von synthetischen Düngern ist mit hohen Treibhausgasemissionen verbunden. Das gilt ganz besonders für Stickstoffdünger.

Landnutzung mit Blick auf Klimaschutz

Böden sind Speicher für Kohlenstoff und gleichzeitig eine der natürlichen Quellen für CO2 in der Atmosphäre. Dadurch ist organische Bodensubstanz nicht nur für die Bodenfruchtbarkeit, sondern auch für den Klimawandel von Bedeutung. Böden reagieren sensibel auf Umweltänderungen. Die Wechselbeziehungen zwischen Vegetation, Klima, Bodenorganismen und Bodeneigenschaften wirken sich unterschiedlich auf die Kohlenstoffspeicherung aus. Daher muss der Verlust von Humus aus Böden gestoppt werden. Beim Abbau von Mooren zur Torfgewinnung oder bei der Umnutzung zu landwirtschaftlicher Nutzfläche werden immense Mengen an Kohlenstoff freigesetzt, der seit Jahrhunderten im Boden fest gebunden ist.

Moderne Landwirtschaft setzt auf Humusaufbau

Die Klimaänderungen in Deutschland mit steigenden Temperaturen, abnehmenden Niederschlägen im Sommerhalbjahr und zunehmenden Extremwetterereignissen steigern die Produktionsrisiken der Landwirtschaft. Ein nachhaltiges Humusmanagement gewinnt daher auch als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel an Bedeutung. Maßnahmen des Humusaufbaus bieten im Rahmen eines verlustarmen Nährstoffmanagements vielfältig positive Wirkungen und Chancen sowohl für die Bodenfruchtbarkeit und Ertragssicherheit als auch für den Boden- und Klimaschutz. Diese Chancen und ihre Synergien gilt es im Sinne einer effizienten und umweltschonenden Landwirtschaft zu nutzen.

Feldgehölze und Hecken haben vielfältige Funktionen in der Landwirtschaft. Sie dienen nicht nur als Wind- und Erosionsschutz, sondern binden auch Kohlenstoff in der aufwachsenden Biomasse sowie im Boden

Hier ein kleiner Film dazu, wie wichtig es ist, Humusboden zu erhalten und aufzubauen. Jetzt ansehen